»Ich habe mir nicht nur Freunde gemacht«
02.07.2010 | von Karl Richter | Kategorie: Im GesprächAus gegebenem Anlaß: Die Deutsche Stimme im Gespräch mit dem Sänger, Familienvater und Bundespräsidenten-Kandidaten Frank Rennicke
Frage: Herr Rennicke, Ihre neuerliche Kandidatur zum höchsten politischen Amt in der Bundesrepublik hat sich ja nun relativ kurzfristig ergeben. Kann man in der kurzen verbleibenden Zeit bis zur Wahl überhaupt Akzente setzen? Und: Sie verstehen sich angesichts der Vielzahl von Juristen und Beamten im Deutschen Bundestag als Kandidat vom Volk für das Volk – wie ist das zu verstehen?
Rennicke: Zunächst möchte ich betonen, daß es für mich eine ehrenvolle Aufgabe ist, der nationalen Opposition anläßlich der Bundespräsidentenwahl am 30. Juni diesen Jahres erneut Gesicht und Stimme sein zu dürfen. Natürlich ist mir bewußt, nach den Erlebnissen bei der letzten Wahl am 23.05.2009 mit Ausgrenzung, Zensur, Totschweigen der Systemmedien und widrigem Verhalten des Bundestagspräsidenten nun auch nicht viel mehr erwarten zu dürfen, auch ist mir die Außenseiterrolle bewußt.
Es ist aber erneut die Möglichkeit, den Etablierten ihre Spielwiese nicht ungestört zu überlassen. Die heimatbewußten Kreise haben jahrzehntelang die Wahl zum Bundespräsidenten entweder unbeachtet gelassen oder als nicht beeinflußbar zur Kenntnis genommen. Die Möglichkeit zur Hoch-Zeit der Nationaldemokraten Ende der 60er Jahre hat man ebenso den Schwarzen überlassen wie später die Naturschutzfragen den Möchtegerngrünen.
Politik ist aber immer auch die Kunst des Machbaren. Allein die Tatsache, im letzten Jahr erstmalig einen eigenen Kandidaten in die Bundesversammlung eingebracht zu haben und die Aufregung dieser »Auserwählten« erlebt zu haben, dabei auch die Hilflosigkeit durch eine fast totale Medienblockade (welche letztendlich nur beweist, wie hier die Medien in der Hand gleichschaltender Kreise sind) beobachten zu können, gibt uns recht.
Mit Peter Sodann hatte die Linke einen ebenso chancenlosen Kandidaten ins Rennen gebracht – ihn nannte man in den Medien »den linken Narren«, mich – wenn überhaupt – den »bösen Buben«. Die Linke tat dies aus der Erkenntnis, auch dabei sein zu wollen und selbstbewußt genug zu sein. Ebenso selbstbewußt stellen wir uns dieses Jahr erneut.
Als Gegenkandidat zum niedersächsischen Ministerpräsidenten Wulff verstehe ich mich als Patriot und glühender Vertreter unseres Volkes und auch des »einfachen Mannes«, der letztendlich sich Politikern ausgesetzt sieht, die in den Parlamenten größtenteils Beamte oder Rechtsanwälte sind. Nichts gegen diese Berufsgruppen – doch ist die Überbetonung eine Vereinseitigung. Mir fehlt es an der Vielfalt von Handwerkern, Arbeitern und Familien. Als gelernter Elektro-Installateur, Liedermacher und sechsfacher Familienvater darf ich mit gutem Gewissen behaupten, hier eher ein Mann des Volkes zu sein und dieses durchaus repräsentieren zu können.
Und den großkopferten Kritikern noch ein Wort zur Erinnerung: In den USA war schon einmal ein Künstler Präsident, so wie im Staate Polen es ein Werftelektriker war. Und ob wir Nationalen aber dabei »Aspekte« vor und in der Wahl zum Bundespräsidenten setzen können, liegt auch daran, ob unser Wollen draußen in das Volk transportiert werden kann.
Ich werde für mich mein Möglichstes versuchen und hoffe, dabei den Respekt und die Hilfe von Gleichgesinnten zu erhalten. Vielleicht ist unsere Verfassungsklage gegen die Wahlmanipulation vom 23.5.2009 und unsere Forderung, ein Bundespräsident müsse vom Volke und nicht von einer zumeist unbekannten Gruppe von »Auserwählten« gewählt werden, ein Zeichen. Sollte ich die Möglichkeit bekommen, eigene Ansichten, Kritik und politische Überzeugungen frank und frei vor Medienvertretern sagen zu können, so werde ich auch die richtigen Worte finden.
Frage: Das nationale Deutschland kennt Sie seit vielen Jahren vor allem als Künstler, als politischen Barden – Sie wären im Fall Ihrer Wahl also ebenfalls ein Außenseiter im politischen Geschäft. Halten Sie sich für eine Bereicherung der politischen Klasse der Bundesrepublik?
Rennicke: In der DDR gab es eine sehr populäre Sendung – »Außenseiter – Spitzenreiter«. In dieser wurden Zeitgenossen gezeigt, die oftmals im ersten Augenblick etwas seltsam erschienen, bei genauerem Hinsehen aber oftmals als interessant, ja herausragend empfunden wurden. In der Politik gab es immer wieder Außenseiter, die plötzlich genau die Leute waren, auf die man bauen konnte und die notwendig waren.
Daß dabei mit Spott und Hohn, gerade vom Gegner, nicht gespart wird, ist verständlich. Ob nun Rufschädigung, lächerlich gemacht zu werden oder sogar Opfer politischer Gewalt zu werden – als volkstreuer Sänger bin ich mit solchen Dingen in den letzten Jahren genügend eingedeckt worden. Ich gebe gerne mein Wort, trotzdem eine längere »Laufzeit« zu haben und nicht einzuknicken, wie Horst Köhler. Und eine »Bereicherung« darf ich bestimmt noch genannt werden, da bei der geistigen Gleichschaltung im Bundestag und der schöpferischen Leere in »hohen Häusern« dort an der Spree selbst ein Kleinkunst-Tätiger herausragend wirken kann.
Frage: Sie bezeichneten sich selbst einmal in Anlehnung an das Walter-Flex-Wort als »Wanderer zwischen den Welten«. Wie verstehen Sie das? Und, als kritische Frage: wer ist der Frank Rennicke ohne Gitarre im Alltag?
Rennicke: Ich danke für diese Fragen, geben sie mir doch Gelegenheit, auch kritische Dinge anzusprechen, für die ich mir nicht nur Freunde mache. Sehen Sie, als politischer Sänger habe ich ohne Funktionsamt in einer Partei über Jahrzehnte manche Anfeindung ertragen müssen, zu sehr Parteisoldat zu sein, in Wahlkämpfen dabeizustehen. Als Liedermacher wurde mir vorgehalten, zu sehr der Muse und abseits politischer Alltagsthemen ein Romantiker zu sein; als Volkstreuer wäre ich zu »deutschtümelnd« und als Nationaler zu sehr im politischen Alltag.
Als Vater wurde mir vorgehalten, solle ich mich nicht zu sehr nach vorne wagen und mehr an den Schutz meiner Familie denken, als Aktivist kritisierte man meine Rücksichtnahme auf Freunde und Familie; Konservativen war ich zu radikal und Radikalen zu konservativ; war ich Gegenwartsmenschen manchmal zu rückwärtsgewandt, so kritisierten manche Geschichtswissenden meine Kritik an Fehlern der Vergangenheit und den Lehren daraus; manchmal war ich für viele alles und für manche nichts.
Liedermacher sind unbequeme Sänger und können es auch nicht allen recht machen. Und so war ich in den Jahren ein Frontmann, der manchmal »daheim« nicht richtig verstanden wurde, ein »Star«, der letztlich Mensch blieb und immer an morgen dachte. Manche sehen darin Schwäche, andere männliche Tiefe. Und so wie meine über 400 Lieder und über 1200 Auftritte eine Fülle von Geschichten, Forderungen, Ansichten gewesen sind, so ist mein Weg ebenso vielfältig und steinig gewesen.
In den letzten Jahren richteten meine Familie und ich mit Freunden und Kameraden einen Hof wieder her, pflanzten Bäume oder fällten welche, wurden wir Opfer eines Brandanschlags und bauten ein Haus, verloren wir Freunde im Schmerze und schenkte mir meine Frau erneut einen Sohn, der das halbe Dutzend eigener Kinder und unsere Familie nun vollendete. Als Handwerker noch kein Meister, aber in der Beständigkeit und als auf dem Kurs Gebliebener richtig gehandelt und dem Sturm getrotzt zu haben, wo andere im Winde schon verwehten – vielleicht ist es das, was meine politischen und musikalischen Freunde suchen – ein Mann auf Kurs, manchmal unbequem, aber ehrlich. Kein Prunk, keine Pracht, einfach frank/Frank und frei.
Frage: Wie denken Sie denn über den letzten Bundespräsidenten Horst Köhler, der mit seinem überraschenden Rücktritt die jetzige Wahl erforderlich machte? War das Fahnenflucht?
Rennicke: Es gibt dabei mehrere Theorien. Die einen meinen, er war der internen Streitigkeiten müde und fühlte sich unverstanden und hat mit Tränen im Auge überstürzt hingeworfen. Andere meinen, es sei als Botschaft zu verstehen in der Art wie »die Ratten verlassen das sinkende Schiff«. Andere meinen sogar, durch die Organklage beim Bundesverfassungsgericht durch die Mitglieder der Bundesversammlung vom 23.5.2009, Udo Pastörs, Holger Apfel und Dr. Johannes Müller sei eine Gefahr für die Etablierten entstanden, diese Klage könne erfolgreich beschieden werden und ein Außenseiterkandidat und drei der angeblichen »bösen Rechten« könnten der Welt die Schmierenkomödie in Berlin gerichtlich darlegen – nur durch einen rechtzeitigen Rücktritt hätte Köhler Schadensbegrenzung betreiben können.
Letzteres wäre gar nicht so abwegig, trat Köhler doch just in dem Augenblick zurück, als die Anhörungsfrist des höchsten Staatsgerichtes auslief. Es ist auf alle Fälle spannend und schon daher eine Herausforderung, der ich mich gerne stelle. Und ich werde nicht fahnenflüchtig!
Frage: Noch eine Frage an den Liedermacher Frank Rennicke – was sind Ihre aktuellen Projekte, Ihre nächsten musikalischen Pläne?
Rennicke: Im Augenblick der Benennung zum Kandidaten der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands erschien ein musikalisches Hörbuch »DAS LIED DER DEUTSCHEN – Eine musikalische Reise zu unserer Hymne«. Aufwendig gestaltet möchte ich mit diesem Geschichte, Musik und politische Forderung ausdrücken und würde mich freuen, wenn dieser Tonträger seinen Platz als Schulungsmittel, Denkmal für den großen Dichter Heinrich Hoffmann von Fallersleben und Anregung zur Tat finden würde.
Gleichzeitig wird mit der Wahl zum Bundespräsidenten mein neuer Liedermacher-Tonträger »Frank und frei« erscheinen, der bereits fertig aufgenommen nun im 25. Jahr meiner Bardentätigkeit »Lieder für Volk, Familie und Vaterland« nach den Jahren des politischen Terrors und der rechtswidrigen Verfolgung ein Zeichen sein soll. Unbequem, freundlich, kritisch, hörenswert, gegen die da oben, für andere stehend – so wie ein Bundespräsident auch sein sollte. Vielleicht ist das ja nur ein Traum, aber ein schöner Traum.
Frage: Noch einen letzten Satz des Volkssängers und Kandidaten zum höchsten Amte der Bundesrepublik?
Rennicke: »Und handeln sollst Du so, als hinge von Dir und Deinem Tun allein das Schicksal ab der deutschen Dinge, und die Verantwortung wär Dein«.
Deutsche Stimme: Vielen Dank, lieber Frank Rennicke, für Ihre Antworten und alles Gute für den Wahltag.
Das Interview mit Frank Rennicke führte DS-Chefredakteur Karl Richter









