Kapitulation vor dem Konjunktiv
11.06.2010 | von Redaktion | Kategorie: Thema der WocheSchwarz-rot-goldene Flaggen an Einsatzwagen der Polizei könnten während der Fußball-WM als „Provokation“ mißverstanden werden. Um allen, die nicht der deutschen, sondern anderen Mannschaften die Daumen halten, eine solche Zumutung zu ersparen, ist nationalgefärbter Fahnenschmuck an der grünen Minna in Nordrhein-Westfalen nicht erlaubt. Und zwar „selbstverständlich“, wie ein Sprecher des Innenministeriums betonte. Auch in Berlin hat der Polizeipräsident wie schon vor vier Jahren seinen Untergebenen solch optische Sympathiebekundung für die deutsche Elf untersagt. Der oberste Gesetzeshüter in der Hauptstadt begründet dies mit dem „Neutralitätsgebot“.
„Provoziert“ fühlen sich übrigens regelmäßig auch linksextreme Gewalttäter auf Demonstrationen und ausländische Jugendbanden in den von ihnen reklamierten Straßenzügen und Stadtteilen. Und zwar von der puren Anwesenheit der Polizei – ob mit oder ohne Deutschlandfähnchen. Konsequenterweise sollte die Polizei künftig auch auf diese Befindlichkeiten Rücksicht nehmen und einfach fernbleiben.
Die entspanntesten Menschen der Republik findet man offenbar in Sachsen-Anhalt. Dort zumindest scheinen die Ordnungshüter nicht zu befürchten, daß schwarz-rot-goldene Optik automatisch zu Amokläufen und Gewaltorgien führt. Hier dürfen Polizisten während der WM also Flagge zeigen. „Wer mit einer Fahne am Dienstfahrzeug dazu beitragen will, daß die Weltmeisterschaft auch in Deutschland zu einem bunten und fröhlichen Fest wird, kann das tun“, erlaubte der einer patriotischen Gesinnung völlig unverdächtige SPD-Innenminister Hövelmann. Da soll sich noch einer auskennen.









