Bundeswehr: Rechtsum, oder was?

29.03.2010 | von Redaktion | Kategorie: Aktuelle Meldungen

Neue Studie stiftet Verwirrung

Auweia: 45 Prozent der Nachwuchs-Offiziere in der Bundeswehr sind der Ansicht, daß die Abgeordneten im Deutschen Bundestag zu viel reden, statt das Notwendige zu tun. Das hat eine Studie des Sozialwissenschaftlichen Institut der Bundeswehr ermittelt, in deren Rahmen bei 2300 Studierenden an den Bundeswehr-Universitäten in Hamburg und in München unter anderem die politischen Überzeugungen abgefragt wurden. Sollte uns ein solcher Befund alarmieren? Ist es nicht erschreckend, daß 55 Prozent der künftigen Armeeführung offenbar völlig realitätsblind sind?

Also gut. Ja, wir – die Öffentlichkeit – sollen schockiert sein. Aber über etwas anderes. Nämlich, daß rund 13 Prozent der Befragten deutliche Sympathien für das Gedankengut der sogenannten Neuen Rechten erkennen ließen. Ein „Weltbild, das für Offiziere der Bundeswehr als ‚nicht unproblematisch’ eingestuft werden kann“, belehren uns die Verfasser. Und woher wissen sie das? Nun, bei rechten Parteien wie der NPD fühlen sich nur vier Prozent politisch zuhause. Das ist jetzt mal nicht so schlimm. Aber das: 38 Prozent stimmen der Forderung zu, Deutschland solle wieder von einer starken Elite geführt werden. Ein für Soldaten völlig abwegiges Denken. Im Umkehrschluß heißt das ja, daß 62 Prozent meinen, das Land müsse von einem Haufen Luschen und Weicheier gelenkt werden. Oder hier: 25 Prozent stimmten dafür, die Zuwanderung von Ausländern nach Deutschland zu stoppen.

Ziemlich wenig im Vergleich zu den Werten, die solche Fragestellungen bei der Gesamtbevölkerung zutage fördern. Aber jetzt: Daß deutsche Interessen gegenüber dem Ausland „hart und energisch“ durchgesetzt werden müßten, hielten 44 Prozent der Jung-Offiziere für richtig. Wie – deutsche Interessen? Waren denn 65 Jahre Schuldkult und antinationale Bewußtseinsjustierung völlig vergebens, verdammtnocheins?

Da kann man nur dem Noch-Wehrbeauftragten Reinhold Robbe (SPD) zustimmen, der sich nachdenklich fragte, „ob diese Soldaten jederzeit für die freiheitlich-demokratische Ordnung des Grundgesetzes eintreten wollten.“ Doch gemach. Vielleicht ist die Armee ja doch die bessere „Schule der Nation“. Denn unter Zivilisten sei die Zustimmung zu den Zielen der „Neuen Rechten“ doppelt so hoch wie beim Offiziersnachwuchs. Sagt die Studie. Da hilft dann wohl nur noch Wehrdienst für alle – und zwar im Laufschritt marsch marsch.