DAX-Unternehmen: Ausländer halten die Mehrheit
05.01.2010 | von Redaktion | Kategorie: Aktuelle Meldungen„Deutsch“ ist an den im Deutschen Aktienindex (DAX) gelisteten Großkonzernen heutzutage nicht mehr viel, schon gar nicht die Eigentümer. Bei den 30 größten börsennotierten Unternehmen halten Ausländer inzwischen 51,6 Prozent der Anteile, acht Jahre zuvor waren es erst ein Drittel. Am meisten globalisiert sind die Deutsche Börse und der Pharmagigant Bayer mit über 80 Prozent, auch Branchen-Mitbewerber Merck bringt es auf stattliche 75 Prozent in Auslandsbesitz. Dem Golfstaat Abu Dhabi gehören nach einem Großeinkauf im letzten Jahr 9,1 Prozent von Daimler, weitere 6,9 Prozent hält immer noch Kuwait. Insgesamt ist das Flaggschiff des „deutschen“ Automobilbaus zu 62 Prozent in ausländischer Hand. Gesunken von 55 auf 45 Prozent ist dagegen der Anteil der Fremdeigentümer bei der Deutschen Bank.
Als Mittel der „Risikostreuung“ wird das Engagement multinationaler Profiteure von Wirtschaftsexperten begeistert kommentiert, die Ausländer erwiesen sich in der Not als „Rettungsanker“ mit stabilisierender Wirkung. Das Lob verbindet sich oft mit einem Seitenhieb: Ausländisches Geld müsse umso willkommener sein, als sich deutsche Privatinvestoren immer weniger für Aktien interessierten. Nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts gibt es 3,4 Millionen Aktionäre in der Bundesrepublik, im Jahr 2000 seien es noch 6,2 Millionen gewesen. Daß viele Hobbyspekulanten gebrannte Kinder sind, weil sie erst mit Versprechungen vom mühelosen Reichtum geködert wurden, dann aber ihren „Wetteinsatz“ teilweise oder ganz abschreiben mußten, fällt dabei gern unter den Tisch.
Bei den fremden Groß-Investoren spielen neben Staatsfonds auch Beteiligungsgesellschaften und Vermögensverwaltungen mit für Außenstehende nur schwer durchschaubaren Eigentümerstrukturen eine Rolle, meist mit Sitz in den USA oder Großbritannien. Diese seien – wie immer wieder betont wird – „langfristig“ orientiert, das soll den Eindruck besonderer Seriosität und Verläßlichkeit vermitteln. Tatsächlich kann man sich im globalen Casino nur auf eines verlassen: Gewinner sind stets jene, die die Spielregeln bestimmen.









