Von der V 2 zum Pisa-Desaster
02.12.2009 | von Redaktion | Kategorie: Zeitgeschichte / GeschichteWissenschaftsstandort Deutschland: Wie ein Spitzenland auf Mittelmaß gebracht wurde (Fortsetzung und Schluß)
Am 23.3.1945 lief das zu einem Frachtunterwasserschiff umgebaute Unterseeboot U-234 von Kristiansund in Norwegen mit dem Fernziel Japan aus. Kommandant dieses geschichtsträchtig gewordenen U-Bootes war Kapitänleutnant Heinrich Fehler.
Als Fracht enthielt das U-Boot in zwölf den Torpedo- und Minenschächten angepaßten Stahlzylindern ein umfangreiches Mikrofilmmaterial über den letzten Stand der deutschen Erfindungen an Angriffs- und Verteidigungswaffen, mit Schwerpunkt auf Raketentechnik und Luftabwehr, aber auch von Forschungsergebnissen auf dem Gebiet der Strahlenantriebstechnik und der Hoch- und Niederfrequenztechnik sowie Bauzeichnungen der allerneuesten U-Boote.
Eine Reihe großkalibriger Wissenschaftler sowie zwei japanische Fregattenkapitäne begleiteten die kostbare Fracht. Das U-Boot war ausgerüstet worden, um einer Bitte der japanischen Regierung zu entsprechen, die um die Überlassung des neuesten Standes der deutschen Verteidigungstechniken gebeten hatte. An Bord befanden sich eine Reihe von Wissenschaftlern ersten Ranges aus dem Hause Messerschmidt sowie der Oberstleutnant von Sandrat, der der Leiter der wissenschaftlichen Entwicklung der Luftverteidigung des Reiches war.
Sensationelle Entwicklungen
An Bord befanden sich zudem in zerlegtem Zustand die neuesten Entwicklungen der Luftwaffe: »Ein Jagdbomber Me 262 mit zwei Turbostrahltriebwerken, ein Abfangjäger Me 163 mit Raketentriebwerk, eine Me 309, ein sich noch im Entwicklungsstadium befindliches Hochleistungsjagdflugzeug, eine neu entwickelte Höhendruckkabine, eine Reihe der neuesten Turbostrahltriebwerke, sowie Pläne und Zeichnungen für die Me 209, einen Hochgeschwindigkeitsjäger, und die Me 210, einen zweimotorigen schweren Jäger, und für die Ju 88, einen zweimotorigen Sturzbomber.
Ferner die Baupläne für eine Reihe noch zu konstruierender U-Boote des allerneuesten Standes. Insgesamt das Modernste vom Modernen aller damaligen deutschen und alliierten Luftfahrttechnik. Was sich an Bord von U-234 befand, wurde somit auf Umwegen zur Grundlage der US-amerikanischen Nachkriegsentwicklung im Bereich der Luftfahrt- und Verteidigungstechnik. Ferner erbeutete das Prisenkommando: die Prototypen der allerneuesten Feuerleitrechner, Bombenzielgeräte und Höhendruckkabinen.« (Zit. nach Joseph Mark Scalia, »U 234 – in geheimer Mission nach Japan«. S. 130f.)
Was sich sonst noch an Bord befand, läßt sich seitenweise dem hervorragend recherchierten Buch des Amerikaners Joseph Mark Scalia sowie den Schriften des Oberfunkers von U-234, Hirschfeld, entnehmen. Die Übereignung von U-234 an die USA durch seine Schiffsführung dürfte der bisher größte wissenschaftliche Fang aller Zeiten gewesen sein.
In der Nacht vom 12. auf den 13. Mai erreichte der Kapitulationsbefehl der Regierung Dönitz den Kommandanten Fehler südlich vor Neufundland. Der Befehl beinhaltete zudem, in sehr persönlichem Ton, die Bitte, das U-Boot samt seiner kostbaren Fracht nicht der sonst üblichen Selbstversenkung zu opfern, sondern es den Amerikanern zu übergeben.
Organisierter Raubzug der Sieger
Nach zwölfstündiger Beratung mit seinen Offizieren und den begleitenden Wissenschaftlern entschloß sich Kapitänleutnant Fehler, aufzutauchen und das U-Boot zu übergeben. Die zwei japanischen Offiziere begingen zuvor Selbstmord; sie wünschten in Ehren zu sterben, wie sie in ihrem Abschiedsbrief hinterließen. Acht Stunden später wurde U-234 als Prise durch die »USS Sutton« in den US-Marinehafen Portsmouth überführt. Ein ehemaliges Mitglied der Besatzung beschreibt die Reaktion amerikanischer Offiziere und Fachleute angesichts der Beute:
»Die amerikanischen Offiziere und Beamte, die uns anschließend verhörten, zeigten sich über den Inhalt unseres U-Bootes äußerst bestürzt. Sie hielten uns vor, daß keiner von uns offenbar ermessen könne, wie wertvoll unsere Fracht gewesen sei. Ende Juli 1945 erklärte mir der Leiter des Untersuchungsteams abschließend, das Material der Mikroaufzeichnungen und die Aussagen unserer Techniker erwiesen, daß wir den Westmächten in entscheidenden technischen Einrichtungen und Entwicklungen ›100 Jahre voraus‹ gewesen seien.« (Zit. nach: John Nugent aus: »Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung«, September 1999; Joseph Mark Scalia, aaO. S., 12f.)
Der Beutewert der Deutschen
Aus der Sicht der Siegermächte war es nur logisch, daß der damaligen Eruption deutschen Erfindergeistes ein für alle Male ein Riegel vorgeschoben wurde. Die theoretischen Vorplanungen zur geistigen Niederhaltung des deutschen Volkes – besser bekannt unter der Bezeichnung »Umerziehung« (reeducation) – waren bis ins Detail durch die Psychokrieger der Frankfurter Schule aus dem Stabe des Generals Robert A. McClure, Eisenhowers Propagandaberater, ausgearbeitet.
In diesem Prozeß verschmolz die beabsichtigte Zerstörung der deutschen Kultur und Wissenschaft mit dem einträglichen Geschäft, sich durch Aneignung derselben die globale Vorherrschaft aufzubauen. Derartiges Handeln ist des Siegers Brauch seit alters her; dichtete doch schon Dichterfürst Goethe: »Das ist ein allgemeiner Brauch, ein Jud‘ und König kann es auch.«
Neben der Verhängung von Forschungsverboten auf bestimmten Gebieten war es primäres Ziel – besonders der westlichen Siegermächte –, einer wirksamen Elitebildung einen endgültiger Riegel vorzuschieben.
So fielen der Befreiung nach 1945 nicht weniger als 4.289 Professoren und Dozenten zum Opfer. Besonders stark waren die technischen Hochschulen betroffen; man hatte mit deren Erfindergeist zu unangenehme Erfahrungen gemacht. Zum Vergleich dazu, Christ und Welt hat es 1950 errechnet: Die Nationalsozialisten entfernten 9,5 % des Hochschullehrkörpers, die Alliierten aber 32%. Fast jeder dritte Hochschullehrer verlor damals im Westen durch seine »Befreier« seinen Lehr- oder Forschungsauftrag.
Über die Erbeutung von deutschen Wissenschaftlern und Patenten (geschätzter Gesamtwert etwa 12.000 Mrd. DM nach 1945), berichtet Rudolf Lusar:
»Den Siegern fiel billige und leichte Beute in einem unschätzbaren Wert von ungezählten Goldmilliarden in die Hände. Die deutschen Gesamtverluste werden auf 12 Billionen DM geschätzt. Allein 346.000 Patente erbeuteten die Alliierten in Deutschland, und mehr als 200.000 Auslandspatente wurden kostenlos weggenommen.
Angriff der Psychokrieger
Das Ausland hat den Wert dieser geistigen Güter des deutschen Volkes auf 1500 Mrd. DM geschätzt, wobei zugegeben wurde, daß zahllose Patente nicht abzuschätzen sind und ihr Wert allein in die Milliarden Dollar ginge. Der Zug der Ausbeutung aber fuhr noch weiter. So verlangte z.B. England auch nach dem Kriege die kostenlose Auslieferung deutscher Patente, die in den Jahren der Nachkriegszeit patentiert worden waren. Ein in den Jahren der Weltgeschichte noch nie da gewesener Fall.« (Zit. nach Rudolf Lusar, aus Die deutschen Waffen und Geheimwaffen des Zweiten Weltkrieges und ihre Weiterentwicklung, München 1971, 6. Auflage.)
Trotz aller von alliierter Seite aufgetürmter Hindernisse blieb die bundesdeutsche Industrie in den ersten Jahrzehnten der Nachkriegszeit noch immer erstaunlich erfolgreich; besonders auf dem Rüstungssektor. Deutsche Panzer, Panzerspähwagen, Flugzeuge und U-Boote erreichten den Rang globaler Spitzenerzeugnisse, und Namen wie »Fuchs« oder »Leopard« lassen noch immer weltweit das Herz eines jeden Generalstabsoffiziers höher schlagen.
Nachdem die Spezialisten der »Operation Paperclip« das Vorfeld planiert hatten, schlug die Stunde der Psychokrieger. Nach der »Befreiung« bestand die Aufgabe der Frankfurter Schule – im Verbund mit einer Gruppe New Yorker Psychiater – in der geistigen Ausrichtung antivölkisch eingestellter deutscher Hiwis. Während die Frankfurter Schule ihr Zerstörungswerk nach festen Regeln durchführte, bestand die Aufgabe dieser psychiatrischen Einheit in der Selektierung der deutschen Helfershelfer.
Diese auserlesene Gruppe unter dem Kommando eines David Mordechai Levy begleitete die US-Army – in sicherer Entfernung vor eisenhaltiger Luft – bei ihrem Einbruch in das Reichsgebiet. Levy taufte sich in Deutschland, wohl des neutraleren Klanges wegen, in Bertram Schaffner um, weshalb seine Bücher in den Bibliotheken unter seinem ursprünglichen Namen schwer zu finden sind.
Levy wurde die Aufgabe zugeteilt, die »genialen« psychoanalytischen Erkenntnisse der Frankfurter Schule zu nutzen, um die Psyche eines unbotmäßigen Volkes im Sinne seiner (westlichen) Befreier zu verbiegen; ein in der modernen Geschichte erst- und einmaliges Experiment. Schaffner/Levy drückte dies wie folgt aus:
»Die Änderung der deutschen Psychologie ist die Hauptaufgabe der Militärregierung.« Hatte er doch erkannt: »Die Hauptaufgabe der Umerziehung liegt darin, daß die nicht-deutsche Gesellschaft den Versuch machen muß, den Charakter eines Abweichlers oder Nichtkonformisten zum Wohle der Mehrheit der Männer und Frauen, die außerhalb Deutschlands leben, umzuformen.«
In Bad Orb wurde unter seiner Leitung ein sogenanntes »screening-center« eingerichtet. Jeder potentielle Lizenzträger, jeder spätere Wiedergutmachungsrichter und jeder in die Schlüsselpositionen von Forschung und Lehre zu transplantierende Geistesschaffende hatte sich dort seiner Umerziehung zu unterziehen. Die Zusammenstellung der Fragen wie auch der Inhalt der Fragebögen wären – wie so vieles, was aus dem Schoß der Frankfurter Schule kroch – mit amüsiertem Interesse zur Kenntnis zu nehmen, dienten sie nicht dem kalkulierten Seelenmord eines Volkes bei besonderem Augenmerk auf die Ausschaltung seiner kreativen Fähigkeiten.
Ein ganzes Volk auf der Psycho-Couch
Kurios klingt beispielsweise die Frage nach dem ersten Geschlechtsverkehr: je früher sich dieses Ereignis eingestellt hatte, um so reifer war der Aspirant für den Demokratieverschnitt der abendländisch-westlichen Wertegemeinschaft. Das ganze gelehrt klingende Kauderwelsch wurde mit dem Ziel eingefädelt, die organisch gewachsenen sozialen Strukturen der deutschen Gesellschaft zu zersetzen. Man kann es auch als den Versuch psychisch und sexuell Verbogener betrachten, Gesunde zu heilen.
In die Hände dieser Neurotiker ist das Erziehungswesen des deutschen Volkes gefallen – der Schlüssel dafür, daß das heutige bundesdeutsche »Bildungs«-System nur noch ein Schatten früherer Blüte ist. Diese Entwicklung ist kein Zufall, sondern eine späte und geplante Folge des verlorenen Krieges.
Wolfgang Hackert









