Die Stunde der Abzocker

02.11.2009 | von Karl Richter | Kategorie: Titelthema

Deutschland hat gewählt – und kriegt die Quittung: noch mehr Sozialraub, Ausländer und Arbeitslosigkeit

Geier

Der Souverän hat am 27. September entschieden. Er wird früh genug merken, was er davon hat. Er hat sich, sofern er überhaupt noch gewählt hat, zu rund 98,5 Prozent für Parteien entschieden, von denen nichts Gutes für dieses Land zu erwarten ist.

Weit über die Hälfte der Bundesbürger, das suggerieren aktuelle Umfragen, halten Schwarz-Gelb für eine gute Sache. Die Euphorie wird sich schnell wieder legen, wenn es ans Regieren geht. Dann werden die Grausamkeiten, die im Wahlkampf natürlich niemand angekündigt hat, schnell spürbar werden, und das wird wehtun.
Unter dem Strich ist es aber völlig egal, wer demnächst mit dem Regieren anfangen darf. Denn an der Generalrichtung »deutscher« Politik ändert sich dadurch nicht das geringste, ob der Kanzler Merkel, Steinbrück, Westerwelle oder wie auch immer heißt.

In allen wesentlichen Fragen – und insbesondere den für unsere Zukunft entscheidenden – sind sich nämlich alle im Bundestag vertretenen Parteien restlos einig: alle wollen offene Grenzen und noch mehr Zuwanderung. Alle wollen, daß Deutschland lieber heute als morgen im Orkus einer gesichtlosen Multikulti-Gesellschaft verschwindet.

Wann kommt die Stunde der Wahrheit?

Alle wollen noch mehr Globalisierung, wollen noch mehr EU und noch weniger Nationalstaat. Alle wollen, daß über zentrale Politikbereiche wie die Außen-, Sicherheits-, Wirtschafts- und Finanzpolitik künftig nicht mehr in Berlin, sondern in Brüssel oder ersatzweise in Washington und New York entschieden wird. Deutschland und den Deutschen sieht sich kaum einer »unserer« Politiker noch verantwortlich.

Auch was das Thema »soziale Gerechtigkeit« angeht, sind die Unterschiede zwischen Schwarz-Gelb und Rot allenfalls marginal. Denn das Geld, mit dem der deutsche Sozialstaat auch in Zukunft finanziert werden könnte, ist längst weg. Die Frage ist nur, wann diese Wahrheit auf den Tisch kommt. Während Schwarz-Gelb nicht lange mit der Abzocke warten wird, würde es Rot-Rot-Grün mit sinnlosen Umverteilungsaktionen versuchen. Am Resultat ändert es nichts. Die Verteilungskämpfe sind vorprogrammiert.

Zuguterletzt: Auch im verheerenden außenpolitischen Kurs der Bundesrepublik sind sich alle etablierten Parteien von Links bis Schwarz völlig einig. Auch die »Raus aus Afghanistan«-Parolen der »Linken« haben sich schneller als erwartet als hohle Wahlkampfrhetorik entpuppt. In Wahrheit will niemand an der NATO, niemand an der verhängnisvollen EU-Integration – und an der immerwährenden Verpflichtung Deutschlands für Israel etwas ändern.

Das böse Erwachen wird kommen, und schneller, als viele denken. Vielleicht dämmert es dann. Manchmal braucht es Schläge auf den Hinterkopf, damit das Gehirn in Wallung kommt.